Hirtentäschel

Die bis zu 40 cm hoch wachsende Pflanze kommt überall als Unkraut vor. Sie blüht fast das ganze Jahr über und trägt somit gleichzeitig Blüten und Früchte. Die Blüten sind klein und weiß, die Früchte kleine, eckig-herzförmige, flache Schötchen. Medizinisch verwendet werden die zum Ende der Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile.

Steckbrief: Gewöhnliches Hirtentäschel

Pflanze:Capsella bursa-pastoris (L.) Medik.
Familie:Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Herkunft:Das Ursprungsland der Pflanze ist Europa. Mittlerweile wird sie jedoch weltweit angebaut. Die Droge wird hauptsächlich aus Rußland, Bulgarien, Polen und Ungarn importiert.
Synonyme:Bauernsenf, Beutelschneidekraut, Blutkraut, Echtes Hirtentäschelkraut, Gänsekresse, Herzelkraut, Hirtentäsche, Säckelkraut, Täschelkraut, Taschenknieper

Anwendung:

Über die wirksamen Inhaltsstoffe gibt es nur wider-sprüchliche Angaben. Das Kraut enthält Glucosinolate, Phenolsäuren, Flavonoide, Stickstoffverbindungen und ist reich an den Mineralstoffen Calcium und Kalium. Das Vorkommen biogener Amine und weiterer Verbindungen ist möglicherweise durch Verunreinigungen der Droge durch Pilzbefall begründet.

Hirtentäschel wurde innerlich verwendet bei starken Monatsblutungen und Zwischenblutungen, ist heute aber obsolet. Die Wirksamkeit einer äußerlichen Anwendung zur Blutstillung von Nasenbluten und oberflächlichen Wunden ist ebenfalls nicht belegt.

Dosierung:

Äußerliche Anwendung: Es wird ein Teeaufguss mit 3 bis 5 g Droge auf 150 ml Wasser hergestellt. Eine sterile Kompresse wird mit dem frisch bereiteten Aufguss getränkt und auf die Wunde aufgelegt.

Zubereitungen:

Hirtentäschelkraut ist Bestandteil einiger Kombinationspräparate zur Behandlung von Blutungen und Reizblase enthalten.

Hinweise:

Nicht ohne ärztlichen Rat innerlich anwenden!

Die innerliche Anwendung bei Menorrrhagien und Metrorrhagien gilt heute wegen der unzuverlässigen Wirkung als obsolet. Zudem sind wegen der Unklarheit über die Art der Inhaltsstoffe kaum Aussagen über eine sichere Anwendung insbesondere bei Vorliegen von Begleiterkrankungen möglich.

Für die äußerliche Anwendung sind keine Risiken bekannt, jedoch ist bis heute eine Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Kriterien nicht belegt.