Schlangenholz

Giftpflanze! Der 50 cm bis 1 m hoch wachsende, aufrechte, immergrüne Halbstrauch ist in feuchtwarmen Gebieten Asiens heimisch. Die oberirdischen Teile führen im Gegensatz zu Rhizom und Wurzeln einen Milchsaft. Die 7 bis 15 cm langen, länglich eiförmigen oder lanzettlichen Blätter sind gestielt. Die Blüten sind weiß bis rosa gefärbt, die Frucht ist eine Steinfrucht.

Die in Arzneibüchern übliche Schreibweise „Rauwolfia“ weicht von der korrekten botanischen Bezeichnung des Gattungsnamens „Rauvolfia“ ab.

Medizinisch verwendet wurde die Wurzel, heutzutage gilt die Verwendung als überholt, da bessere und vor allem auch sicherere Therapiealternativen zur Verfügung stehen.

Steckbrief: Indisches Schlangenholz

Pflanze:Rauvolfia serpentina (L.) Benth.
Familie:Hundsgiftgewächse (Apocyanaceae)
Herkunft:Die Pflanze ist in Indien, Indorchina, auf Borneo, Sri Lanka und Sumatra heimisch. Drogenherkunft: Überwiegend aus Wildvorkommen in Indien, Pakistan, Thailand und Indonesien.
Synonyme:Rauwolfia

Anwendung:

  • leichter Bluthochdruck (Grenzwerthypertonie)

Die Indische Schlangenwurzel oder Rauwolfiawurzel enthält Indolalkaloide mit den Hauptbestandteilen Reserpin, Serpentinin, Ajmalicin, Ajmalin und Raupin sowie reichlich Stärke. Die wichtigsten pharmakologischen Wirkungen gehen auf Reserpin zurück, das als Einzelsubstanz in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Stoffen vereinzelt noch in Fertigarzneimitteln verwendet wird. Reserpin wirkt leicht blutdrucksenkend indem es einen erhöhten Sympathikustonus vermindert und sedierend wirkt. Ajmalin wirkt gegen Herzrhythmusstörungen und wird ebenfalls nur noch als Reinsubstanz in einem Präparat eingesetzt.

Ein großer Nachteil bei der Verwendung der Rauwolfiaalkaloide in der Medizin sind die z.T. nicht unerheblichen Nebenwirkungen und Interaktionen dieser Substanzen (s. Hinweis). Heutzutage stehen für die Behandlung eines Bluthochdrucks wesentlich verträglichere und wirksamere Mittel zur Verfügung, so dass Zubereitungen aus der Rauwolfiawurzel praktisch nur noch in homöopathischen Mitteln eingesetzt wird.

Dosierung:

Abgesehen von homöopathischen Mittel nur entsprechend ärztlicher Anordnung (verschreibungspflichtig!).

Zubereitungen:

Zubereitungen aus der Rauwolfiawurzel sind in einigen homöopathischen Kombinationsarzneimitteln enthalten. Einige Arzneimittel enthalten die Reinsubstanzen Reserpin oder Ajmalin.

Hinweise:

  • Nicht für die Selbstmedikation geeignet!
  • Nicht anwenden während Schwangerschaft und Stillzeit!
  • Die Einnahme von Rauwolfiahaltigen Produkten kann das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtig wird.
  • Nicht anwenden bei Depressionen, Magen-Darm-Ulcera, Phäochromozytom
  • Als Nebenwirkungen können auftreten:
    verstopfte Nase, depressive Verstimmung, Müdigkeit, Potenzstörungen, Magen-Darm-Beschwerden.
  • Wechselwirkungen:
    Wechselwirkungen können mit vielen Arzneimitteln auftreten, ziehen Sie Ihren Arzt oder Apotheker zu Rate bevor Sie andere Arzneimittel zusätzlich einnehmen.