Sonnentau

Der Sonnentau ist eine in Mooren anzutreffende Staude, auf deren lang gestielten, runden Blättern Drüsenhaare sitzen, die ein klebriges Sekret ansondern. Mit diesem Apparat gelingt es der Pflanze, Insekten zu fangen und somit ihre Stickstoffversorgung aufzubessern. Nachdem die einheimischen Arten beinahe ausgerottet sind und die Pflanze unter strengem Naturschutz steht, werden vornehmlich Drosera-Arten aus anderen Herkunftsgebieten zur Gewinnung der Droge verwendet. Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile.

Steckbrief: Rundblättriger Sonnentau

Pflanze:Drosera rotundifolia L. u.a.
Familie:Sonnentaugewächse (Droseraceae)
Herkunft:Der Sonnentau ist in Madagaskar beheimatet.
Synonyme:

Anwendung:

Die Drosera-Arten enthalten in wechselnder Zusammensetzung Naphthochinonderivate, Flavonoide, Schleimstoffe und eiweißabbauende Enzyme.

Zubereitungen aus dem Sonnentaukraut sollen schleimlösend, krampflösend auf die Bronchien und hustenstillend wirken und werden daher bei krampfartigen Husten und Reizhusten eingesetzt. Die Wirksamkeit wird auf die Naphthochinonderivate zurückgeführt, da der Gehalt jedoch je nach verwendeter Art sehr unterschiedlich sein kann, ist eine genaue Dosierungsempfehlung schwierig.(s. Dosierung)

In der Volksmedizin werden Auszüge aus dem Sonnentaukraut äußerlich zur Behandlung von Warzen, Hühneraugen und Sommersprossen angewandet. Die Wirksamkeit ist jedoch sehr fraglich.

Dosierung:

Tee:
2 Teelöffel getrocknetes Sonnentaukraut (etwa 1 g) werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. 3 bis 4 mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

Diese Dosierungsempfehlung gilt für Drosera rotundifolia, die jedoch nicht mehr im Handel ist, da die Pflanze unter strengem Naturschutz steht. Bei Verwendung von Drosera madagascariensis ist eine wesentlich höhere Dosierung erforderlich!

Zubereitungen:

Sonentauextrakte werden alleine oder zusammen mit anderen Pflanzenextrakten als Fertigarzneimittel zur Behandlung von Husten angeboten.

Hinweise:

  • Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
  • Die Unbedenklichkeit kann aufgrund mangelnder Datenlage nicht beurteilt werden.