Wald-Erdbeere

Die Wald-Erdbeere ist eine 5 bis 20 cm hohe, krautige, mehrjährige Pflanze. Typisch sind die dreizähligen Blätter mit scharf gesägtem Rand, die weißen Blüten und die roten reifen Beeren. Die Walderdbeere kommt in vielen Unterarten und Formen vor und sind weit verbreitet auf Lichtungen und in Wäldern aber auch auf Wiesen. Verwendet werden die jungen, während der Blütezeit im Mai und Juni gesammelten Blätter, die Wurzel und die Beeren.

Steckbrief: Wald-Erdbeere

Pflanze:Fragaria vesca L.
Familie:Rosengewächse (Rosaceae)
Herkunft:Die Wald-Erdbeere findet man in Europa und Asien. Eingeführt wird die Droge meist aus dem süd- und osteuropäischen Raum.
Synonyme:Erbelkraut, Rotbeere

Anwendung:

Die Blätter und Wurzeln enthalten Gerbstoffe, Flavonole, Pflanzensäuren und Salicylsäure. Den Früchten wird eine Schutzwirkung gegenüber oxidativen Stress zugeschrieben.

In der Volksmedizin werden Zubereitungen aus den Blättern oder der Wurzel zur Behandlung von Durchfällen, als Gurgelmittel bei Entzündungen des Hals- und Rachenraums und des Zahnfleisches und als sog. Blutreinigungsmittel verwendet. Die Wirksamkeit bei diesen Anwendungsgebieten ist wissenschaftlich nicht belegt.

Erdbeerblätter dienen auch als Ersatz für schwarzen Tee.

Dosierung:

1 Teelöffel zerkleinerte getrocknete Erdbeerblätter (ca. 1g) werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossenen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Bei Durchfall mehrmals täglich eine Tasse Tee trinken.

Erdbeerwurzel:
1,5 g zerkleinerte getrocknete Wurzel mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen nach 5 bis 10 Minuten abseihen. Bei Durchfällen mehrmals täglich eine Tasse Tee trinken.

Gurgelmittel: 5g Wurzel auf 1 l Wasser ca. 30 Minuten am Sieden halten.

Frische Erdbeerblätter:
Eine Handvoll Blätter mit 500 ml Wasser ca. 30 Minuten am Sieden halten und auf ca. die Hälfte einkochen, heiß durch ein Sieb geben. Bei Durchfällen 1 Teelöffel alle 3 bis 4 Stunden einnehmen, bei Entzündungen des Hals- und Rachenraumes als Gurgelmittel verwenden.

Zubereitungen:

Erdbeerblätter sind Bestandteil einiger Fertigarzneimittel aus der Gruppe der Galle- und Lebermittel.

Hinweise:

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Erdbeeren oder anderer Rosaceae-Arten (Himbeere, Pflaume, Aprikose usw.)!

Im Wald gesammelte Früchte sollten nicht ungewaschen verzehrt werden wegen der Gefahr einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm.

Ansonsten sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Nebenwirkungen und Risiken bekannt.