Gipskraut

Das Rispige Gipskraut ist eine kräftige Staude, deren bis zu 1m hoch wachsende Triebe zunächst aufrecht sind, später jedoch häufig am Boden liegen. Die kleinen weißen, selten auch rosafarbenen Blüten stehen in sehr reichblütigen, rispenartigen Blütenständen. Verwendet wird die getrocknete, rübenartige Pfahlwurzel, die als weiße Seifenwurzel bezeichnet wird.

Steckbrief: Gipskraut

Pflanze:Gypsophila paniculata L.
Familie:Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Herkunft:Das Schleierkraut stammt aus Ost- und Südosteuropa, China, Kaukasus und Sibirien.
Synonyme:Schleierkraut

Anwendung:

Die weiße Seifenwurzel enthält ein Gemisch aus Saponinen, wobei das Hauptglykosid das bisdesmoidische Triterpensaponin Gypsosid A darstellt, das auch für den kratzenden und bitteren Geschmack der Droge verantwortlich ist, und Phytosterole. Wie andere Saponindrogen wirkt weiße Seifenrinde schleimlösend und auswurffördernd auf die Atemwege, wie Husten oder Bronchitis. Ferner wurden auch eine wachstumshemmende Wirkung auf Pilze, eine cholesterinsenkende und eine Insekten abtötende und spermizide Wirkung beobachtet.

Die medizinische Verwendung ist heute wie auch bei der Roten Seifenwurzel oder der Seifenrinde kaum mehr üblich, es werden andere Saponindrogen wie z.B. die Frühlingsschlüsselblume bevorzugt.

Weiße Seifenrinde wird in der Industrie als mildes Waschmittel z.B. für Pelze und Lederwaren genutzt. Das aus der Wurzel gewonnene reine Saponingemisch kommt als Schaumbildner oder -festiger vielseitig zum Einsatz.

Dosierung:

Tee:
Tagesdosis 30 mg bis 150 mg getrocknete weiße Seifenwurzel entsprechend 3 mg bis 15 mg Saponingemisch.

Als Waschmittel:
100g weiße Seifenrinde wird in 2 l Wasser 10 Minuten ausgekocht. Die so erhaltene Lauge wird reichlich verdünnt für etwa 500g Wäsche verwendet.

Zubereitungen:

Weiße Seifenrinde ist Bestandteil einiger Kombinationsarzneimittel zur Behandlung von Bronchitis.

Hinweise:

Nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Es sind momentan keine Untersuchungen verfügbar, die die Unbedenklichkeit belegen.

Saponine können wegen ihrer oberflächenaktiven Eigenschaften zu lokale Reizungen an Haut und Schleimhaut führen. Bei Einnahme größerer Mengen können Schwindel, Magenschmerzen, Durchfälle und Blasenreizung auftreten.