Ipecacuanha / Brechwurzel

Giftpflanze! Die bis zu 40 cm hoch wachsende, immergrüne, tropische Pflanze besitzt ganzrandige Blätter und kleine, in Köpfchen stehende, weiße Blüten. Die Frucht ist eine fleischige, blauschwarze Steinfrucht. Medizinisch verwendet wird die Wurzel. Zubereitungen aus der Brechwurzel sind verschreibungspflichtig!

Steckbrief: Ipecacuanha / Brechwurzel

Pflanze:Cephaelis ipecacuanha (Brot.) A. Rich.
Familie:Rötegewächse (Rubiaceae)
Herkunft:Die Pflanze ist in den tropischen Wäldern Brasiliens beheimatet. Teilweise ist sie auch in Costa Rica und Nicaragua anzutreffen.
Synonyme:Brechwurzel, Ipecacuanhawurzel, Kopfbeere, Ruhrwurzel, Speiwurzel

Anwendung:

Die Brechwurzel enthält die Alkaloide Cephaelin und Emetin, Stärke und saure Saponine. Die Alkaloide bewirken über eine Reizung der Magenschleimhaut reflektorisch eine Verflüssigung und Vermehrung des Bronchialsekrets (expectorierend) und wurden früher vor allem bei trockenem Husten im Anfangsstadium einer Bronchitis verwendet. In höherer Dosierung wirken die Alkaloide stark brecherregend.

Heute wird die Brechwurzel in Form eines Sirups nur noch zur Auslösung des Erbrechens bei Vergiftungen oder in der Homöopathie eingesetzt. Für die Behandlung einer Bronchitits stehen nebenwirkungsärmere Präparate zur Verfügung.

Emetin wirkt amöbizid und wird gelegentlich zur Behandlung der Amöbenruhr verwendet.

Dosierung:

Streng nach Vorschrift des Arztes!

Auch homöopathische Zubereitungen sind bis zur 3. Dezimalverdünnung verschreibungspflichtig!

Zubereitungen:

Keine Fertigpräparate erhältlich.

Hinweise:

Eine Vergiftung mit der Brechwurzel äußert sich in Übelkeit, langanhaltendem Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Störung der Atemfunktion und Koma. Durch die stark haut- und schleimhautreizende Wirkungen kann der Magen so geschädigt werden, dass es zu blutigen Durchfällen bis hin zum Magendurchbruch kommen kann.

Die Brechwurzel kann vor allem bei äußerlichem Kontakt Allergien auslösen!