Nachtschatten

Der Bittersüße Nachtschatten ist ein bis zu 2 m langer, kletternder Halbstrauch. Seine violetten Blüten umschließen die goldgelb gefärbten Staubbeutel. Die Früchte reifen zu scharlachroten Beeren, die anfänglich bitter, dann süßlich schmecken. Der Bittersüße Nachtschatten gehört wie die Tollkirsche, aber auch Kartoffel und Tomate, zu den Nachtschattengewächsen. Besonders die unreifen Beeren und die Blätter sind giftig. Medizinisch verwendet werden die im Frühjahr vor dem Austreiben der Blätter oder im Herbst nach Abfallen der Blätter gesammelten und getrockneten, mehrjährigen Stängel.

Da es immer wieder zu Vergiftungen vor allem bei Kindern kommt, wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit empfohlen, giftige Pflanzen nicht in Anlagen wachsen zu lassen, die Kindern leicht zugänglich sind.

Steckbrief: Nachtschatten

Pflanze:Solanum dulcamara L.
Familie:Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Herkunft:Die Pflanze ist in Europa, Indien, Nordafrika sowie in Ost- und Westasien beheimatet.
Synonyme:Alpranke, Bittersüß, Hinschkraut, Je-länger-je-lieber, Mausholz, Natterholz, Pißranke, Rote Hundsbeere, Süßholz

Anwendung:

Der Bittersüße Nachtschatten enthält Steroidalkaloidglykoside, Steroidsaponine und Gerbstoffe, die adstringierend, antimikrobiell und hautreizend wirken. Zusammensetzung und Gehalt an den Wirkstoffen ist je nach Rasse der Pflanze unterschiedlich. Zubereitungen werden in Form von Umschlägen und Waschungen zur unterstützenden Therapie chronischer Hauterkrankungen, wie z.B. juckenden Ekzemen, verwendet. Zur Wirksamkeit bei innerlicher Anwendung gibt es bislang keine Untersuchungen.

Dosierung:

Tee:
1 g getrocknete und zerkleinerte Stängel des Bittersüßen Nachtschattens werden mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Ein bis drei mal täglich eine Tasse trinken.

(Max. Tagesdosis 3 g!)

Äußerliche Anwendung:
1 bis 2 g Droge werden mit 250 ml kochendem Wasser übergossen oder aufgekocht und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Den abgekühlten Auszug für Umschläge oder Waschungen verwenden.

Zubereitungen:

Die medizinische Bedeutung des Bittersüßen Nachtschattens ist gering, daher sind Fertigarzneimittel außer homöopathischen Zubereitungen nicht im Handel.

Hinweise:

  • Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
  • Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!
    Die Einnahme von Teezubereitungen kann zur Reizung des Magen-Darm-Kanals führen. Daher sollte der Bittersüße Nachtschatten nicht innerlich von Personen, die an Magen- oder Darmerkrankungen leiden eingenommen werden.
  • Bei Verwendung der korrekt gesammelten und bestimmten Pflanze (d.h. nach Arzneibuch geprüfte Ware, wie sie in der Apotheke erhältlich ist) und Beachtung der Dosierungsempfehlungen sind keine Risiken oder Nebenwirkungen bekannt, da der Anteil an giftigen Alkaloiden gering ist.
  • Vergiftung:
    Vergiftungen kommen vor bei Einnahme der Blätter oder Früchte, wobei besonders die unreifen Beeren giftig sind. Vergiftungserscheinungen äußern sich in Übelkeit, Erbrechen, schmerzhafte Durchfälle, Erhöhung der Körpertemperatur und Sehstörungen. Die Symptome können auch ähnlich der Vergiftung mit der Tollkirsche sein.
    Wenden Sie sich auch in Verdachtsfällen an den Giftnotruf!