Zitronenmelisse

Die ursprünglich im östlichen Mittelmeergebiet und Westasien beheimatete Zitronenmelisse wird schon seit dem griechisch-römischen Altertum als Heilpflanze, aber auch als „Bienenweide“ verwendet.

Die ausdauernde Pflanze wird bis zu 90 cm hoch, die Blätter riechen und schmecken vor der Blüte zitronenartig. Die gestielten, am Rand kerbig-gesägten Blätter sind am 4-kantigen Stängel gekreuzt gegenständig angeordnet. Die kleinen, blassen Lippenblüten sitzen in den Blattachseln. Verwechslungen mit der Zitronenkatzenminze können vorkommen.

Medizinisch verwendet werden die Blätter und das daraus gewonnene ätherische Öl.

Die Zitronenmelisse wird auch in der Küche zum Würzen von Süßspeisen und Getränken geschätzt.

Steckbrief: Melisse / Zitronenmelisse

Pflanze:Melissa officinalis L.
Familie:Lippenblütler (Lamiaceae)
Herkunft:Die Melisse ist im Balkan, Klein- und Westasien beheimatet. In Sachsen-Anhalt, Thüringen, Franken, Süddeutschland, Spanien, Südfrankreich und Osteuropa wird die Pflanze angebaut und importiert.
Synonyme:Citronelle, Frauenkraut, Gartenmelisse, Herzkraut, Zitronenkraut, Zitronenmelisse

Anwendung:

  • Lippenbläschen (Herpes simplex-Infektionen der Haut)
  • Schlafstörungen
  • Unruhezustände
  • nervös bedingte Magen-Darmstörungen

Verwendet werden die vor der Blüte gesammelten und getrockneten Blätter. Die Droge enthält neben den typischen Lamiaceen-Gerbstoffen und Phenolsäuren (Rosmarinsäure), ein ätherisches Öl u.a. mit den Terpenaldhyden Citral und Citronellal, die für den zitronenartigen Geruch verantwortlich sind sowie glykosidisch gebundene flüchtige Substanzen.

Die Melisse wirkt krampflösend, beruhigend und antiviral. Sie wird daher alleine oder in Kombination mit anderen sedativ wirkenden Pflanzenauszügen bei nervös bedingten Einschlaf- sowie funktionellen Magen- und Darmstörungen eingesetzt. Da insbesondere bei höherer Dosierung nicht ausgeschlossen werden kann, dass durch die Einnahme die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt wird, sollte dies z.B. beim Führen von Kraftfahrzeugen berücksichtigt werden (s. Hinweise).

In der Aromatherapie wird Melissenöl ebenfalls bei Unruhezuständen und Schlaflosigkeit verwendet.

In Laborversuchen wurde eine Wirkung von Melissenextrakten auf die Schilddrüse festgestellt, so dass ein Einfluss auf eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen nicht ausgeschlossen werden kann (s. Hinweise).

Äußerlich werden Zubereitungen aus Melissenblätter in Form von Salben zur Behandlung von Herpesinfektionen der Haut („Fieberbläschen“) angewandt. Für den Therapieerfolg ist allerdings eine rechtzeitige, d.h. sofort nach Auftreten der ersten Symptome, Behandlung entscheidend. Prophylaktisch angewandt kann u.U. sogar ein Rezidiv verhindert werden.

Als Gewürz werden wegen des hohen Gehaltes an ätherischen Ölen vor allem frische Blätter verwendet.

Dosierung:

Tee:
1,5 bis 4,5 Teelöffel (1,5 – 4,5 g) werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen, abgedeckt und nach 10 Minuten abgeseiht. Mehrmals täglich eine frisch bereitete Tasse Tee trinken.

Melissenöl:
Innerlich 0,05 bis 0,2 ml oder als Aromatherapie

Salbe:
Drei bis vier mal täglich auf die betroffene Hautstelle auftragen.

Zubereitungen:

Zitronenmelisse ist in vielen Fertigarzneimitteln gegen Schlafstörungen, Unruhezuständen sowie Magen- und Darmmitteln häufig mit weiteren Pflanzenauszügen enthalten.

Ferner gibt es Salben und Badezusätze mit Melissenauszügen oder Melissenöl. Melissenöl wird aus Kostengründen häufig ersetzt durch Citronellöl, dem “indischen” Melissenöl oder Lemongrasöl, das aus anderen Pflanzen gewonnen wird und ebenfalls zitronenartig duftet.

Melisse ist auch ein Bestandteil von Melissengeist oder Karmelitergeist, die schon seit langem als Hausmittel für verschiedene Beschwerden Verwendung finden..

Hinweise:

  • Die Anwendung insbesondere hoher Dosierungen kann die Reaktionsfähigkeit und damit die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen!
  • Nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt bei Vorliegen von behandlungsdürftigen Schilddrüsenerkrankungen anwenden!
    Im Labor zeigten Melissenzubereitungen einen Einfluss auf Schilddrüsenhormone.
  • Melisse zeichnet sich ansonsten durch eine sehr gute Verträglichkeit aus.