Sägepalme

Bereits seit dem Jahr 1989 gehört die Sägepalme zu den anerkannten Naturheilmitteln der Kommission E des früheren Bundesgesundheitsamtes. Verwendet werden in der Regel die Früchte, die jedoch nicht komplett getrocknet und gemahlen wurden. Die Sägepalme gilt als natürliches Mittel gegen Blasenentleerungsstörungen, aber auch bei gutartigen Vergrößerungen der Prostata.

Bei der Sägepalme handelt es sich um eine bis zu 4 Meter hoch wachsende Buschpalme mit flächenförmigen, in Segmente eingeteilten, gesägten Blättern. Die Blattstiele sind bis zu 1,5 Meter lang und an den Kanten mit Zähnen besetzt. Die dicht behaarten Blütenstände sind rispig verzweigt. Die Früchte sind etwa 3 Zentimeter große, tief purpurfarbene bis schwarze einsamige Beeren. Zur medizinischen Verwendung kommen die reifen, unvollständig getrockneten Samen.

Herkunft: Sägepalme

Die Verbreitung der Sägepalme kann begrenzt eingeschränkt werden. Heimisch ist sie überwiegend an den Küstengebieten der südöstlichen USA. Palmen brauchen ein warmes bis heißes Klima und sehr viel Sonne, damit sie gut gedeihen können.

Der Wahrscheinlichkeit nach, gab der amerikanische Botaniker Sereno Watson der Sägepalme ihren botanischen Namen. Zudem grenzte er die Heimat des Palmengewächses insoweit ein, da sie nur von den südöstlichen Küstengebieten über South Carolina und Florida bis hin zum Mississippi zu finden ist.

Mittlerweile wird auch in Deutschland versucht die Sägepalme zu kultivieren, allerdings müssen diese Exemplare weniger frostanfällig sein. Die Bezeichnung hierfür lautet: Serenoa respens silver.

Steckbrief: Sägepalme

Pflanze:Serenoa respens (Bart.) Small syn. Sabal serrulata Roem. Et Schult
Familie:Palmengewächse (Arecaceae)
Herkunft:Die Sägepalme ist an den Küsten Nordamerikas, in Florida, Süd- Carolina und Südkalifornien beheimatet.
Synonyme:Deich- Palme, Sägezahnpalme, Zwerg- Palme, Zwergpalme

Anwendung:

Die Anwendungsgebiete der Sägepalme sind vor allen Dingen:

  • gutartige Prostatabeschwerden
  • Blasenentzündungen
  • Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der Nieren
  • benigne Prostatahyperplasie
  • entzündliche Erkrankungen der Hoden oder der Prostata
  • entzündliche Erkrankungen der Atemwege
  • Haarausfall

Wie bei allen Naturheilmitteln ist eine schnelle Anwendungsdauer nicht gegeben. Die Dauer beträgt rund 1 bis 2 Monate.

Die Früchte der Sägepalme (Sabalfrüchte) enthalten fette Öle, Phytosterine (?- Sitosterol und – Glykoside), ein saures Polysaccharid mit einem hohen Anteil an Galaktose, Arabinose und Uronsäure, Flavonoide und Carotinoide. In klinischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass lipophile Extrakte die Beschwerden einer benignen Prostatahyperplasie im Stadium I und II bessern. Das genaue Wirkprinzip ist noch nicht bekannt. Vermutet wird eine Hemmung der endogenen Bildung von Dihydrotestosteron (durch Phytosterine?), dass das Wachstum der Prostata anregt. Beobachtet wurden jedoch auch, entzündungshemmende (Polysaccharid?) und Ödem protektive Eigenschaften, die möglicherweise ebenfalls zur Wirksamkeit beitragen.

Für die Qualität der Zubereitung ist somit die Art der Extrakt- Herstellung entscheidend. Da der Wirkungseintritt langsam erfolgt, ist eine Behandlung über einen längeren Zeitraum erforderlich (s. Dosierung). Während der Anwendung muss in regelmäßigen Abständen ein Arzt aufgesucht werden, da durch die Therapie die Größe der Prostata nicht beeinflusst wird (s. Hinweise). Die PSA- Werte, einem Tumormarker für Prostatakrebs, werden anscheinend durch eine Therapie nicht beeinflusst.

Volksmedizinisch werden Sabalfrüchte auch zur Behandlung von Blasen-, Prostata- und Hodenentzündungen, bei hormonell bedingtem Haarausfall, sowie bei Erkrankungen der Atemwege genutzt. Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit ist hierfür jedoch nicht belegt, sodass eine Anwendung hierfür nicht empfohlen werden kann.

Hinweis:
Es sollten nur Fertigarzneipräparate verwendet werden, da sie unter standardisierten Bedingungen hergestellt wurden und zudem nur kontrollierte Extrakte der Sägepalme beinhalten. Präparate der Sägepalme lindern dazu nur die Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung, können jedoch eine Erkrankung nicht rückgängig machen oder sie aufhalten. Betroffene Männer müssen auf jeden Fall in regelmäßigen Abständen ihren behandelnden Arzt konsultieren.

Wirkung:

Früchte der Sägepalme beinhalten fette Öle, Phytosterine, ein saures Polysaccharid, welches über einen hohen Anteil an Galaktose, Arabinose und Uronsäure verfügt. Weiterhin finden sich Flavonoide und Carotinoide.

Eine gesicherte Wirksamkeit besteht bei Blasenbeschwerden, verursacht durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie (BPH) Stadium I- II). Präparate der Sägepalme wirken bei Symptomen der BPH, etwa einem schwachen Harnfluss, aber auch bei einem verzögerten Beginn des Harnflusses.

Fakt hieraus ist: die Blasenentleerung kann sich verbessern und mehrere nächtliche Gänge zur Toilette entfallen. Außerdem zeigt der Sabalextrakt krampflösende, entzündungs- und Ödem- hemmende Eigenschaften.

Hinweis:
Produkte aus der Sägepalme werden häufig mit anderen ähnlich wirkenden Naturheilpflanzen kombiniert. Hierzu zählen unter anderem, die Brennnesselwurzeln, Kürbissamen, Hypoxisknollen oder ein Rindenextrakt aus dem Afrikanischen Stinkholz (Prunus africana).

Inhaltsstoffe:

Die Wirkungen der Sägepalme ergeben sich zwangsläufig aus einem Zusammenspiel der Inhaltsstoffe. Hierzu zählen:

  • Fettsäuren
  • veresterte Fettsäuren
  • Fettalkohole
  • Phytosterole
  • Zuckerverbindungen (wasserunlösliche Polysaccharide)

Die Wirkung der Sägepalme verbessert den Harnfluss, senkte die Restharnmenge in der Blase, bremst einen starken nächtlichen Harndrang und ist sogar in der Lage eine Entzündung zu verhindern, welche eine entzündliche Reizblase der unteren Harnwege mit sich bringt.

Die Pflanze ist eine bekannte und beliebte Heilpflanze, wenn es um eine Linderung von Prostatabeschwerden geht. Die sogenannten Sabalfrüchte wurden bereits von den Ureinwohnern, den Semiolen, nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel verwendet. In Europa ist die Sägepalme erst seit dem 20. Jahrhundert bekannt.

Die beste Wirkung aus der Sägepalme zeigen alkoholische Extrakte. Um diese Extrakte herzustellen, werden Früchte aus Wildsammlungen mit fettlösenden Lösungsmitteln, wie beispielsweise Hexan, Ethanol oder flüssigem Kohlendioxid extrahiert.

Dosierung:

Die mittlere Tagesdosis beträgt 320 mg Extrakt täglich entsprechend 1 bis 2 Gramm Sägepalmfrüchte. Da die Wirkung nur langsam eintritt, wird eine Anwendung über einen längeren Zeitraum, mindestens über 1 bis 2 Monate empfohlen.

Der Handel bietet Darreichungsformen von Kapseln und Dragees an. Teezubereitungen entfallen, da sich Sägepalmfrüchte nicht als Zubereitungen von Tees eignen.

Sägepalme wirkt sich positiv auf die Prostata aus

Die Prostata oder auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine kleine Drüse, die über die ungefähre Größe einer Kastanie verfügt. Beim Mann liegt diese unterhalb der Harnblase und umschließt diese wie einen Ring. Fast alle Männer, ab dem 75. Lebensjahr bemerken eine gutartige Vergrößerung, die im Regelfall nicht von Bedeutung ist.

Vor allen Dingen die Beeren der Sägepalme haben es in sich, diese sind Purpur bis schwarz gefärbt. In jeder einzelnen Beere befindet sich ein Samenkorn, worin sich Flavonoide und Öl befindet. Die sogenannten Sterole bewirken, dass bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata die Wirkstoffe der Pflanze regulierend einwirken können.

Sägepalmextrakt ist eine natürliche Alternative zu chemischen Medikamenten, denn bei einer regelmäßigen Einnahme kann es durchaus zu einer Linderung der Beschwerden kommen.

Darreichungsformen:

Üblicherweise werden Sägepalmfrüchte in Form von Fertigpräparaten angeboten. In der Apotheke nicht erhältlich sind getrocknete Wirkstoffe zur Teeherstellung. Die Einnahme von einem Sägepalmextrakt ist für eine längerfristige Anwendung gedacht, etwa über einen Zeitraum, der bis zu 9 Monate andauern kann. Der Effekt, setzt wie bei allen Naturheilmitteln, in der Regel erst nach einigen Wochen ein.

Um einer nächtliche Blasenschwäche entgegenzuwirken, eignen sich am besten sogenannte Kombipräparate. Um den Harnfluss zu erleichtern und entzündungshemmend einzuwirken, bieten sich Kombinationen an, die außer einem Sägepalmextrakt auch Brennnesseln beinhalten.

Im Extrakt der Sägepalme finden sich:

  • Fette und Fettsäuren
  • sekundäre Pflanzenstoffe
  • Phytosterole

Die Brennnessel beinhaltet:

  • Phytosterole
  • Lignane
  • Fettsäuren
  • Lektine

Eine Kombination der beiden Wirkstoffe ist für jene Männer bestens geeignet, die unter einer gutartigen Prostatavergrößerung leiden.

Anwendungsdauer:

Eine Besserung des Beschwerdebildes ist erst nach einer Behandlungsdauer von 1 bis 2 Monaten zu erwarten!

Zubereitungen:

Präparate mit Sabalfrüchten alleine oder in Kombination mit Brennnesselwurzel, Kürbissamen und/ oder anderen pflanzlichen Prostatamitteln zur Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie im Stadium I und II.

Tipp:
Verbraucher erhalten wirksame Fertigarzneipräparate mit dem Extrakt der Sägepalme in einer Apotheke oder einer gut sortierten Drogerie. Packungsbeilagen sollten besondere Beachtung finden und zur Art der Anwendung oder der Dauer kann der Arzt oder Apotheker weiterhelfen.

Nebenwirkungen:

Sehr selten sind Fälle bekannt geworden, nachdem es nach einer Einnahme von Auszügen zu Magenbeschwerden kam. Wechselwirkungen mit anderen Substanzen oder Gegenanzeigen sind bis heute nicht bekannt und belegt.

 

Wichtige Hinweise:

  • Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden!

Die Beschwerden einer benignen Prostatahyperplasie, wie Beschwerden beim Wasserlassen, nächtlicher Harndrang, „Nachttröpfeln“ usw. können auch durch andere Ursachen, z. B. Prostatakarzinom, hervorgerufen werden, sodass eine eindeutige Diagnosestellung vor Beginn einer Therapie erforderlich ist.

  • Während der Behandlung sollte in regelmäßigen Abständen ein Arzt aufgesucht werden!

Durch die Anwendung wird zwar das Beschwerdebild gebessert, das Wachstum der Prostata wird jedoch nicht beeinflusst. Daher sind regelmäßige Verlaufskontrollen erforderlich.

  • Die Anwendung wird normalerweise gut vertragen, selten wurden gastrointestinale Beschwerden beobachtet.

Behandlung und Vorbeugung

Extrakte, die Sägepalme beinhalten wirken sich bei regelmäßiger Einnahme positiv auf den gesamten Körper aus. Sie stärken nachhaltig das Immunsystem und helfen dem Stoffwechsel. Die sekundären Inhaltsstoffe ermöglichen dem Stoffwechsel, Probleme die rund um die Prostata auftreten, sofern es sich nicht um einen Malignen Tumor handelt, ein unkompliziertes Wasserlassen zu gewährleisten.

In der Regel bekommen Männer psychische Probleme, wenn zu häufiger Harndrang die Folge einer verengten Harnröhre ist. Aber auch in sexueller Hinsicht kann es zu Verbesserungen kommen, denn aufgrund der Normalisierung im Urogenitalbereich, kommt es zu einer Hemmung von DHT.

Zudem dienen Extrakte der Sägepalme, als eine Art Vorbeugemaßnahme, damit es gar nicht erst zu einer Prostatavergrößerung kommt. Der Vorteil einer Langzeiteinnahme liegt hierbei auf der Hand, denn im Gegensatz zu einer medikamentösen Therapie, zeigen sich bei Präparaten der Sägepalme so gut wie keine Nebenwirkungen.

Sägepalme bei Frauen

Es wird viel geschrieben über die Wirkung der Sägepalme bei Männern, aber auch Frauen können Präparate die den Extrakt beinhalten einnehmen. Unter anderem bei Haarausfall, aber auch bei einer übermäßigen Körper- oder Gesichtsbehaarung bei polyzystischem Ovarialsyndrom.

Das Syndrom ist eine der Hauptursachen von einer Unfruchtbarkeit bei Frauen. Follikel führen in diesem Fall keinen Eisprung durch und bleiben einfach haften. Dadurch bedingt kann es zu einer Zystenbildung kommen, die große Probleme bereiten kann.

 

Wissenswertes über die Sägepalme

Die Sägepalme verfügt über eine anerkannt Heilkraft. Die getrockneten Früchte besitzen eine Wirkung gegen Probleme beim Wasserlassen aufgrund einer gutartig vergrößerten Prostata. Zu diesen sogenannten Miktionsbeschwerden zählen unter anderem vermehrter Harndrang (auch in der Nacht), eine verzögerte oder erschwerte Blasenentleerung, ein abgeschwächter Harnstrahl, Schmerzen beim eigentlichen Wasserlassen oder einem Gefühl einer unvollständig entleerten Blase (Restharngefühl).

Ihren Namen bekam die Palme aufgrund ihrer großen fächerförmigen Wedel. Diesen verdankt die Pflanze im Übrigen auch ihren Namen, denn die Blattspitzen ähneln spitzen Zähnchen und sehen aus wie kleine Sägen.

Die Zwergpalme wächst nur in warmen, trockenen Ländern, so ist sie fast ausschließlich in Regionen der USA, als auch in Florida zu finden.

Neben den bereits genannten Vorzügen eines Sägepalmextrakts, hilft Sabal auch gegen einen genetisch bedingten Haarausfall. Die Sägepalme kann erfolgreich dagegen eingesetzt werden, denn ein interessanter Aspekt ist die DHT- Blockade, die für den Haarausfall von entscheidender Bedeutung ist.

Die Sägepalme hilft bei etlichen männlichen Problemen und kann in Deutschland rezeptfrei erworben werden. Der Extrakt wirkt sich schon auf noch gesunde Kopfhaut aus und kann so einen vorzeitigen Haarausfall stoppen, zudem sorgt ein Präparat mit dem Extrakt dafür, dass die Haare kräftiger wachsen.

Erhältlich sind Shampoos, Spülungen oder auch Extrakte, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden können. Im Idealfall trägt der Anwender diese vor dem Zubettgehen auf, damit es die Wirkung über Nacht entfalten kann. Als Alternative hierzu kann es oral, als Nahrungsergänzungsmittel, eingenommen werden.

Die Wirkstoffe der Sägepalme stecken überwiegend in den Früchten. Der medizinische und pharmazeutische Fachausdruck lautet Sabalis serrulatae fructus. Die Qualität der Früchte ist durch das Europäische Arzneibuch geregelt.