Taigawurzel

Die Taigawurzel ist in Sibirien ab einer Höhe von 800 m weit verbreitet und wird meist 2 bis 3 m, selten bis zu 7 m hoch. Die Pflanze besitzt eine grau bis grau-braune Rinde und viele, dünne Dornen. Die männlichen Pflanzen blühen violett, die weiblichen gelblich. Die Frucht ist eine schwarze Beere.

Die Taigawurzel wird auch als der Sibirische Ginseng bezeichnet und als Ersatz für den recht teuren Ginseng (Panax ginseng) verwendet.

Steckbrief:  Borstige Taigawurzel

Pflanze:Eleutherococcus senticosus Maxim (Acanthopanax senticosus)
Familie:Efeugewächse (Araliaceae)
Herkunft:Der Eleutherococcus ist in Sibirien, Japan, Korea und Nordchina beheimatet.
Synonyme:Eleutherococcus-Senticosus-Wurzel, Eleutherokokk, Sibirischer Ginseng, Stachelpanax, Taigawurzel, Teufelsbusch

Anwendung:

Die Fingeraralie wird als billigere Alternative zum Ginseng zur Steigerung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit bei Erschöpfungszuständen, während der Rekonvaleszenz und im Alter verwendet. Obwohl sich die beiden Pflanzen in ihren Inhaltsstoffen unterscheiden, sollen jedoch die Wirkungen ähnlich sein. Man bezeichnet diese zusammenfassend als adaptogen, d.h. die körperliche Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft soll unspezifisch gesteigert werden.

Die Taigawurzel enthält Lignanverbindungen, Phenylpropane, Cumarine, Sterole, Saponine und andere Verbindungen, die mit Eleutherosid A bis M bezeichnet werden. Diese Substanzen wirken immunstimulierend und fördern die Anpassung des Körpers an Stresssituationen. Weiterhin soll die Taigawurzel antiviral, blutzuckersenkend, blutgerinnungshemmend, cholesterinsenkend, blutdrucknormalisierend und estrogenartig wirken sowie Zellen gegen Gifte schützen können. Diese Wirkungen sind nicht in klinischen Untersuchungen belegt, sie sind aber auch nicht auszuschließen. Daher sind spezielle Anwendungsbeschränkungen zu beachten (s.Hinweise).

Die Anwendung sollte kurmäßig über höchstens 30 Tage erfolgen, nach einer Therapiepause von 2 bis 3 Wochen ist jedoch eine weitere Anwendung möglich.

Weitere Verwendung:

Der Zusatz von Zubereitungen in Hautcremes soll der Hautalterung vorbeugen. Sportler verwenden Zubereitungen aus der Fingeraralie um ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und den Muskelaufbau zu fördern.

Dosierung:

Tee:
Nicht gebräuchlich.

Tagesdosis:
2 bis 3 g getrocknete Fingeraraliewurzel.

Erhältlich sind Zubereitungen aus der Fingeraralie, die entsprechend der Gebrauchsinformation dosiert werden sollten. Da bisher noch nicht klar ist, welche Inhaltstoffe der Taigawurzel die erwünschten bzw. unerwünschten Wirkungen hervorrufen und somit eine Standardisierung nicht möglich ist, ist eine Beurteilung dieser Fertigpräparate schwierig.

Zubereitungen:

Die Fingeraralie ist Bestandteil einiger Fertigarzneimittel aus der Gruppe der allgemeinen Stärkungsmittel und Kosmetika..

Hinweise:

  • Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit oder an Kindern unter 12 Jahren anwenden!
    Es gibt keine Untersuchungen, die die Sicherheit und Unbedenklichkeit der Anwendung bei diesem Personenkreis belegen.
  • Nicht anwenden bei Fieber, Bluthochdruck, nach Herzinfarkt oder anderen Herzerkrankungen!
    Es ist nicht auszuschließen, dass eine Anwendung diese Krankheitsbilder verschlechtern können.
  • Nur auf ärztlichen Rat hin anwenden bei bestehender Zuckerkrankheit (Diabetes), bei hormonabhängien Tumoren (z.B. Brustkrebs) und Störungen des Zentralnervensystems auch leichterer Art, wie z.B. Nervosität, Schlafstörungen usw.!
  • Während der Anwendung alkoholische und/oder coffeinhaltige Getränke vermeiden!
  • Wechselwirkungen:
    Nicht anwenden bei gleichzeitiger Behandlung mit herzwirksamen Glykosiden!
    Unerwünschte Wirkungen sind auch nicht auszuschließen bei bestehender Behandlung mit blutzuckersenkenden oder blutgerinnungshemmenden Medikamenten sowie mit Psychopharmaka jeder Art (z.B. Beruhigungs- oder Schlafmittel, Antidepressiva, Neuroleptika).