Frauenmantel

Der Frauenmantel, bei uns auch bekannt als „ Himmelsträne“, wurde in der Vorzeit gern von Alchemisten verwendet. Sie nutzen ihn zur Herstellung von „himmlischem Wasser“. In der Volks-, als auch in der Naturmedizin wurde die gesamte Pflanze als Heilmittel verwendet. Den Alchemisten verdankt der Frauenmantel auch seinen botanischen Namen „Alchemilla“.

Die Ursprünge des Frauenmantels finden sich in Afrika, Asien und Europa. Heute wird sie in erster Linie, als ein Bestandteil von Blumensträußen genutzt, wobei der Frauenmantel auch in fast jedem Garten kultiviert werden kann.

Einst galt Frauenmantel als eine Art Quell des Lebens. Seinen Namen verdankt die Pflanze auch den Wirkungen, die man sich vor sehr langer Zeit auf das weibliche Geschlecht versprach. Die alten Germanen weihten den Frauenmantel der Gottheit Freya, die sich um das ausreichende Vorhandensein von Liebe und Fruchtbarkeit in ihrem Gefolge kümmerte.

Frauenmantel – Infos zum Kraut

Die überall auf der nördlichen Erdhalbkugel vorkommende, 30 bis 50 Zentimeter hohe Staude, besitzt kleine, unscheinbare, gelbgrüne Blüten. Der Name Alchemilla soll darauf zurückgehen, dass im Mittelalter der sich in den kelchartigen Blättern gesammelte Tau von Alchemisten zur Bereitung des Steins der Weisen verwendet wurde. Die volksmedizinisch behaupteten günstigen Wirkungen des Krautes bei Frauenleiden sind wissenschaftlich nicht belegt. Medizinisch genutzt werden die zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile.

Die rundlichen Blätter bestehen aus sieben bis elf Lappen und sind am Rand gezähnt oder gesägt. Die Blütezeit ist zwischen Mai bis September und er wächst auf feuchten Wiesen ebenso, wie in lichten Wäldern.

Steckbrief: Frauenmantel

Pflanze:Alchemilla vulgaris auct. Non L.
Familie:Rosengewächse (Rosaceae)
Herkunft:Die Pflanze ist in Europa, Asien und Nordamerika beheimatet. Der Drogenimport erfolgt aus Ungarn, Polen, Bulgarien und Tschechien.
Synonyme:Alchemisten Kraut, echter Sinau, Löwen Fuß, Marienmantel, Silberkraut, Taublatt, Taumantel, Tauschlüsselchen.

Anwendung:

Der Frauenmanteltee wird in der Volksmedizin oft bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. In der Hauptsache hilft Frauenmanteltee gegen Durchfall, der von Magen- Darm- Keimen verursacht wurde. Er verfügt über einen zusammenziehenden Effekt, den seine Gerbstoffe auf die Darmschleimhaut ausüben. So können Bakterien kaum eindringen und einen entzündlichen Prozess ausüben.

Hinweis:
Manche Personen vertragen Heilpflanzen schlechter, wenn diese über einen hohen Gehalt an Gerbstoffen verfügen. Es kann zu Reaktionen wie beispielsweise Übelkeit kommen. Betroffene sollten Frauenmanteltee nicht zu sich nehmen. Gerbstoffe können zudem die Aufnahme von Medikamenten über den Darm beeinflussen. Es ist anzuraten, diese nicht im Zusammenhang mit anderen Arzneimitteln einzunehmen!

Das Frauenmantelkraut enthält nicht nur Gerbstoffe, sondern auch Flavonoide und wird innerlich genommen, gegen leichte unspezifische Durchfallerkrankungen eingesetzt. Die Anwendung bei Frauenleiden ist wissenschaftlich nicht belegt.

Die aus dem Frauenmantel gewonnene Droge wirkt adstringierend, also entzündungshemmend und blutungsstillend. Die Wirkung beruht vor allen Dingen auf dem Gehalt an Gerbstoffen, die eine Bindung mit der Zelloberfläche eingehen und sie dadurch schützen.

Traditionell wird Frauenmantelkraut bei gynäkologischen Beschwerden, während dem Klimakterium (Wechseljahre) oder bei schmerzhaften Monatsblutungen eingesetzt. Weitere Anwendung findet die Pflanze bei Magen- Darmbeschwerden, als Gurgelwasser bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, sowie zur äußerlichen Anwendung bei Hautausschlägen und Geschwüren.

In der Homöopathie kommt Alchemilla alpina bei Menstruationsbeschwerden und als harntreibendes und krampflösendes Mittel zum Einsatz. Wissenschaftliche Belege für die Indikationen existieren nicht. Traditionell wurde der Ackerfrauenmantel (Aphanes arvensis L) hingegen überwiegend zum Auflösen von Nierensteinen genutzt. Auch für diese Indikation fehlen wissenschaftliche Belege.

Innere Anwendung als Tee:

Bei Durchfallerkrankungen 5 bis 10 Gramm getrocknetes Kraut pro Tag in Einzeldosen von 2 bis 4 Gramm. Einzeldosis mit je 150 ml heißem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Wenn nicht anders verordnet, bis zu 3 Tassen am Tag frisch zubereiteten Teeaufguss warm zwischen den Mahlzeiten zu sich nehmen.

Äußere Anwendung bei Wunden:

8 Teelöffel (ca. 8 Gramm getrocknete Droge), als heißen Aufguss zubereiten. Einen Umschlag mit dem Sud tränken und auflegen oder den Sud zum Gurgeln verwenden.

Weitere Anwendungsgebiete:

Frauenmantel wirkt sich nicht nur positiv bei Frauen- und Durchfallerkrankungen aus, sondern kann auch verwendet werden bei:

  • Arteriosklerose
  • Augenentzündungen
  • Ausfluss
  • Ekzemen
  • Erkältungen
  • Halsschmerzen
  • Diabetes
  • Insektenstichen
  • Kopfschmerzen (Migräne)
  • Schlafstörungen
  • Pickel
  • Zahnfleischentzündungen

Heilende Anwendungsgebiete bei Frauen:

Das wichtigste Heilgebiet des Krautes sind Frauenbeschwerden. Hier kommt Frauenmantel in der Regel, als Tee zum Einsatz, kann jedoch auch für Vaginalspülungen und Sitzbäder, genutzt werden. Frauenmantel wirkt ausgleichend und regulierend auf den ganzen weiblichen Organismus, was den Inhaltstoffen zuzuschreiben ist, denn sie ähneln sehr dem weiblichen Sexualhormon Progesteron.

bei Fluor: vermehrter, krankhafter ScheidenausflussFrauenmanteltee (innerlich und äußerlich, Vaginalspülungen)
unregelmäßiger, schmerzhafte, starke Menstruation:Sitzbad und Tee
prämenstruelle Symptome, Wechseljahresbeschwerden:Frauenmanteltee
zur Stärkung von Unterleib und Beckenmuskulatur:Sitzbäder
Kinderwunsch: förderliche Wirkung auf EisprungFrauenmanteltee
nach einer Geburt:Tee, stärkt den Uterus und Beckenmuskulatur
straffe Haut, bessere Durchblutung:Frauenmanteltee und Bäder

Wichtiger Hinweis:
Bei Fluor immer erst ärztlich abklären lassen, ob es sich nicht um eine Infektion handelt. Dazu gehört beispielweise die Pilzinfektion Candida albicans, die mit den entsprechenden Medikamenten behandelt werden muss. Wegen seiner zusammenziehenden Wirkung ist Frauenmanteltee in einer Schwangerschaft nicht zu empfehlen.

Einsatzgebiete:

Heute wird Frauenmantel unter anderem bei Darmbeschwerden empfohlen. Er kann jedoch noch viel mehr: aber pharmakologisch anerkannt ist das Kraut heutzutage nur noch, als Tee bei leichten unspezifischen Durchfällen, z. B. bei ungewöhnlich feuchtheißem Wetter oder bei Klimaumstellungen auf Reisen.

Hier verhindert das Zusammenziehen der Darmschleimhaut die übermäßige Abgabe von Wasser und Verdauungsschleim in den Darm und somit einen Durchfall. Frauenmantel wirkt adstringierend, also zusammenziehend, auf die elastischen Fasern der Haut und die feine Muskelschicht der Schleimhäute.

Neben dem Einsatz in der Frauenheilkund wirkt der Frauenmanteltee auch gegen:

  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Diabetes
  • verdorbenem Magen
  • Erkältungen
  • Arteriosklerose

Dosierung:

Das Frauenmantelkraut kann als Tee verabreicht werden, ist jedoch auch Bestandteil zahlreicher Teemischungen, wie zum Beispiel dem Frauenmanteltee. Daneben gibt es das Kraut auch in folgenden Darreichungsformen:

  • Salben
  • Dragees
  • Tabletten
  • Tropfen
  • Mundwasser
  • Lutschpastillen
  • Kombinationspräparate

Eine mittlere Tagesdosis von 5 bis 10 Gramm sollte der Anwender nicht überschreiten.

Tee:
2 Teelöffel (ca. 2 Gramm) werden mit 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 5 bis 15 Minuten abgeseiht. Den Aufguss 3 bis 5 Mal täglich trinken.

Eine weitere Zubereitungsmethode ist das Übergießen mit kaltem Wasser, danach erfolgt ein mehrstündiges Stehenlassen bei Raumtemperatur. Über den Tag verteilt dürfen zwei bis drei Tassen des Tees zwischen den Mahlzeiten zu sich genommen werden. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind derzeit keine Gegenanzeigen bekannt.

Hinweis:
Intensiver und langanhaltender Durchfall kann schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen, dieses gilt insbesondere bei Säuglingen, aber auch bei Kleinkindern. Sollte der Durchfall im schlimmsten Fall länger als 2 bis 3 Tage anhalten, ist ein Arzt zu konsultieren.

Zubereitungen:

Der Handel bietet Frauenmantelkraut in einigen fertigen Teemischungen und in den oben erwähnten Darreichungsformen.

Inhaltsstoffe:

Bereits seit dem frühen Mittelalter zählt der Frauenmantel zu einer der meist genutzten Heilpflanzen. Die Anwendungsgebiete erstrecken sich über Magen- Darm- Beschwerden bis hin zu Frauenleiden und der äußeren Anwendung. Aber auch für kosmetische und pflegende Anwendungen werden die Blätter der Pflanze gelegentlich verwendet. Hier kommt das Kraut dann in Badezusätzen oder vereinzelt auch in Cremes zum Einsatz.

Für seine Wirkkraft sind folgende Inhaltsstoffe verantwortlich:

Gerbstoffe
Bitterstoffe
Phytosterin
Saponine
Glykoside
Tannine

Zudem finden sich im Frauenmantel ätherische Öle, Harze und organische Säuren. Die Eigenschaften sind:

  • adstringierend
  • antibakteriell
  • beruhigend
  • blutstillend
  • durchblutungsfördernd
  • entzündungshemmend
  • herzstärkend
  • kräftigend
  • nervenstärkend
  • wundheilend

Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe im Frauenmantel sind die enthaltenen Gerbstoffe. Der Anteil von ihnen beträgt zwischen 5und 8 Prozent: ein überdurchschnittlicher Wert. Gerbstoffe können unterschiedliche Wirkungen entfalten. Zu den wichtigsten Effekten, die eine heilende Wirkung auf einen menschlichen Körper ausüben, gehören die zusammenziehenden, antioxidativen und entzündungshemmenden Aspekte. Zudem finden sich im Frauenmantel auch Flavonoide.

Achtung:
Frauenmantel beinhaltet des Weiteren ein Pflanzenhormon, welches dem weiblichen Progesteron ähnelt. Aus diesem Grund sollten schwangere Frauen das Kraut nicht nutzen. Es wirkt entkrampfend auf die Gebärmutter, was nicht nur vorzeitige Wehen auslösen kann, sondern auch eine Frühgeburt zur Folge haben könnte.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen:

In seltenen Fällen und dann auch nur bei einer sehr hohen und langanhaltenden Dosierung, könnten eventuelle Leberschädigungen auftreten. Diese sind den Tannin- Gerbstoffen zuzuschreiben. Ansonsten sind keine Nebenwirkungen bekannt und auch Informationen zu Gegenanzeigen und Wechselwirkungen liegen nicht vor.

Hinweise:
Durchfallerkrankungen, die länger als 2 Tage andauern oder mit Blutbeimengungen oder Fieber gepaart sind, bedürfen einer ärztlichen Behandlung.

Durchfälle im Säuglings- oder Kleinkindalter bedürfen immer einer sofortigen ärztlichen Behandlung!

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind keine Risiken oder Nebenwirkungen bekannt.

Frauenmantel in der Ernährung:

Als Küchenkraut ist Frauenmantel im Gegensatz kaum bekannt und wird aus diesem Grund natürlich auch sehr selten verwendet. Dennoch lohnt es sich, das gesunde Kraut in einen Speisenplan zu integrieren. Die jungen, fein geschnittenen Blätter können zum Beispiel unter einen gemischten Salat gemengt werden. Die größeren, jungen Blätter eignen sich hervorragend zum Beimischen in Gemüsegerichten, für Füllungen oder in Bratlingen.

Sogar die unscheinbaren und kleinen Blüten sind als essbare Dekoration ein echter Hingucker. Selbst in Suppen können die Blätter verwendet werden und auch als optionale Zutat in einer Gründonnerstagssuppe sind sie denkbar.

Wissenswertes über Frauenmantel

Schon die Druiden Großbritanniens kannten und verwendeten den Frauenmantel, zur Reinigung bei kultischen Handlungen. Sowohl die Germanen, als auch die Druiden sammelten die kleinen für den Frauenmantel typischen Tröpfchen von den Blättern und nutzen diese für Reinigungs- als auch für Fruchtbarkeitsrituale. Hierbei kam auch das Kraut der Pflanze zum Einsatz.

Aus heutiger Sicht erscheint das Ganze plausibel, denn die Pflanze ist reich an Gerbstoffen. Diese können gegen Entzündungen hilfreich sein und haben zudem eine blutstillende Wirkung, sind daher zur äußeren, als auch zur inneren Anwendung geeignet.

Der medizinisch verwendete Wirkstoff des Frauenmantels ist das Kraut. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache wird es als Alchemillae herba bezeichnet. Die Anforderungen an die Qualität des Frauenmantelkrautes sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Das Frauenmantelkraut ist besonders reich an Gerbstoffen, vor allen Dingen an den Komponenten Ellagitannine, Agrinoniin und Laevigatin. Zusätzlich enthält Frauenmantel Flavonoide und Bitterstoffe.

Frauenmantel hat nachweislich eine Wirkung auf die Schleimhäute. Bakterien, Viren aber auch Parasiten, wie zum Beispiel der Fuchsbandwurm können Durchfallerkrankungen auslösen, die mit Magen- Darmbeschwerden einhergehen. In der Regel gelangen diese Krankheitserreger durch verunreinigte Nahrung oder Wasser in den Körper, breiten sich dort aus und verursachen mehr oder weniger starke Schmerzen und Durchfall.

Andere Ursachen für Durchfall sind Nahrungsmittelallergien oder die Unverträglichkeit von Laktose (Laktose- Intoleranz). Frauenmantel kann durch seine Gerbstoffe leichten, unspezifischen Durchfallerkrankungen und gleichzeitig Magen- Darmbeschwerden entgegenwirken. Gerbstoffe können sich auf der Haut oder auf Schleimhäuten mit Eiweißen verbinden, die in der Folge ausflocken. Dieses bewirkt wiederum, dass das Gewebe austrocknet und Entzündungen abgemildert werden können. Zusätzlich wirken Gerbstoffe wegen ihrer Wirkung auf die Haut zudem auch blutungsstillend.

Quellen:
https://www.frauenmanteltee.net/anwendung/