Mönchspfeffer

Der Mönchspfeffer, auch Keuschlamm genannt, ist ein bis zu 6 m hoch wachsender Strauch oder Baum mit langgestielten, fingerförmig geteilten, auf der Blattunterseite filzig behaarten Blättern. Die kleinen, duftenden, blau, seltener rosa gefärbten Blüten bilden ährenartige Blütenstände. Die kugelige bis längliche Frucht ist eine Steinfrucht, die becherförmig vom Kelch umschlossen ist.

Im Altertum galt der Strauch als Sinnbild der Keuschheit, daher leitet sich der Name Keuschlamm nicht von Schlamm sondern von keusch(es) Lamm ab. Mönche nutzten die pfefferartig scharfen Früchte zur Unterstützung ihrer Enthaltsamkeit.

Medizinisch verwendet werden die als Steinbeeren bezeichneten getrockneten Früchte.

Steckbrief: Mönchspfeffer

Pflanze:Vitex agnus-castus
Familie:Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Herkunft:Der Mönchspfeffer ist im gesamten Mittelmeerraum bis nach Westasien zu finden. Die Droge wird aus Wildsammlungen gewonnen.
Synonyme:Abrahamsstrauch, Abrahamstrauch, Keuschbaum, Keuschlamm, Keuschstrauch, Müllen

Anwendung:

Mönchspfefferfrüchte enthalten die Iridoidglykoside Aucubin und Agnosid, fettlösliche Flavonoide, ätherisches Öl und fette Öle. Untersuchungen mit wässrigalkoholischen Extrakten zeigten eine dopaminerge Wirkung, die zu einer Senkung des Prolactinspiegels führen. Zudem scheinen sie ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Estrogen und Progesteron wiederherzustellen. Das prämenstruelle Syndrom, das sich u.a. in Brustspannung, gereizter Stimmungslage, Kopfschmerzen, vermehrter Wassereinlagerung äußert, wird auf eine, z.T. auch stressbedingte Erhöhung des Prolactinspiegels einige Tage vor Einsetzen der Monatsblutung zurückgeführt. Zubereitungen aus den Mönchspfefferfrüchten werden daher bei prämenstruellen Syndrom (PMS), schmerzhaftem Spannungsgefühl in den Brüsten (Mastodynie) und Zyklusanomalien, wie z.B. zu häufige oder zu seltene Menstruation, verwendet. Da die Wirkung nur langsam einsetzt, ist meist eine Behandlung über längere Zeit erforderlich.

Dosierung:

Tee:
Nicht gebräuchlich und auch nicht empfehlenswert, da die wirkbestimmenden Bestandteile schlecht wasserlöslich sind.

Extrakte:
Entsprechend 30 bis 40 mg Mönchspfefferfrüchte einmal täglich.

Zubereitungen:

In Apotheken sind Mono- oder Kombinationspräparate mit Mönchspfefferfruchtextrakten erhältlich.

Hinweise:

  • Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
    Mönchspfefferfrüchte haben hormonartige Wirkungen und können die Milchproduktion senken.
  • Nicht ohne Anraten des Arztes während der Pubertät und bei erstmaligen Auftreten von Zykusanomalien oder Mastodynie anwenden!
    Die Ursache dieser Störungen müssen zunächst ärztlich abgeklärt werden.
  • Bei Auftreten von juckenden Hautausschlägen ist das Präparat abzusetzen.
  • Nicht einnehmen bei hormonabhängigen Krankheiten, wie z.B. Endometriose, Brust-, Gebärmutter- oder Eierstockkrebs!
  • Wechselwirkungen:
    Da Mönchspfefferfrüchte eine dopaminerge Wirkung besitzt, sind Wechselwirkungen mit Medikamenten denkbar, die ebenfalls an Dopaminrezeptoren angreifen, wie z.B. bestimmte Antiemetika oder Neuroleptika. Wenn Sie solche Arzneimittel nehmen, so ist vor der Anwendung von Mönchspfeffer der behandelnde Arzt zu befragen.