Sojabohne

Soja ist eine einjährige Pflanze deren Wuchs der Buschbohne gleicht. Die dreizähligen, großen, ganzrandigen Blätter sowie der Stängel sind dicht behaart. Aus den unauffälligen, violett bis weißlichen Schmetterlingsblüten reifen zu kleinen Hülsen mit 1 bis 4 gelben, weißen oder schwarzbraunen Samen. Verwendet werden die Samen und das daraus gewonnene Öl und Sojalecithin. In USA wird auch genmanipulierte Soja angepflanzt (Monsanto-Soja).

Steckbrief: Sojabohne

Pflanze:Glycine max (L.) Merr
Familie:Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae = Leguminosae)
Herkunft:Soja ist in Ostasien heimisch und wurde niemals wild gefunden. Mittlerweile wird die Sojabohne im Amur-Ussuri-Gebiet, in Japan, Korea Nordchina und in Taiwan kultiviert (Hager).
Synonyme:Soja, Sojapflanze

Anwendung:

  • Beschwerden der Wechseljahre (insbes. Hitzewallungen)
  • Osteoporose
  • Senkung der Blutfettwerte (Sojaprotein)
  • prämenstruelles Syndrom
  • Prostatakrebs

Die eiweißreichen Samen werden vor allem im asiatischen Raum als Nahrungsmittel genutzt. Sojamilch wird aus gemahlenen gelben Sojabohnen mit Wasserdampf gewonnen. Tofu ist ein aus Sojamilch hergestellter Quark. Sojaprotein wird als Fleischersatz in vegetarischen Gerichten verwendet, da es alle essentiellen Aminosäuren enthält. Sojaprotein wirkt cholesterinsenkend und somit vorbeugend auf Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Fermentierte Sojasaucen dienen als Würzmittel.

Aus den Samen werden ferner durch Raffination Sojaöl, ein linolsäurereiches fettes Öl und Sojalecithin hergestellt. Das Öl wird als Speiseöl, zur Herstellung von Ölbädern aber auch für Fettlösungen zur parenteralen Ernährung verwendet.

Das Rohsojalecithin besteht aus Phospholipiden (Phosphatide) mit dem Hauptbestandteil Phosphatidylcholin (Lecithin), Sojaöl, Kohlenhydrate, Phytosterole und Tocopherole und wird entsprechend dem Verwendungszweck weiterverarbeitet. Phosphatide werden z.T. in Präparaten auch mit der Abkürzung EPL (= essentielle Phospho-Lipide) bezeichnet. Lecithin ist ein hervorragender Emulgator und wird als Hilfsstoff in Arzneipräparaten, Kosmetikindustrie, Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie (Herstellung von Instantpräparaten, Schokolade, Backwaren, Margarine) eingesetzt. Lecithin soll cholesterinsenkend wirken und wird volkstümlich in Stärkungsmitteln als „Nervennahrung“ verwendet.

Weiterhin enthalten Sojabohnen und -produkte Isoflavonoide, denen eine estrogenmodulierende Wirkung (Phytoestrogene) zugesprochen werden. Eine sojareiche Diät soll z.B. bei Beschwerden in den Wechseljahren, bei Brustschmerzen vor Einsetzen der Monatsblutung (Mastodynie) helfen und vorbeugend gegen Osteoporose, Brustkrebs und Prostatakrebs wirken. Diese Vermutungen begründen sich hauptsächlich auf die Beobachtung, dass Asiatinnen mit ihrer sojareichen Diät seltener Beschwerden während der Wechseljahre bekommen und seltener an Brustkrebs erkranken als europäische Frauen. Ein kausaler Zusammenhang ist jedoch nicht erwiesen, so dass diese Befunde mit Vorsicht interpretiert werden müssen. Gerade bei Brustkrebs besteht möglicherweise die Gefahr, dass das Wachstum des Tumors durch die Hormonwirkung isoflavonoidreicher Nahrungsergänzungsmittel angeregt werden könnte.

Die Beurteilung einer Wirksamkeit wird auch dadurch erschwert, dass Alter, hormonelle Lage, Darmflora und genetische Unterschiede der Probanden einen Einfluss zeigen. Zudem zeigen bei Wechseljahresbeschwerden auch nicht wirkstoffhaltige Präparate (Placebos) erstaunlich oft einen Effekt. Der z.T. beobachtete günstige Einfluss auf die Knochendichte könnte auch auf den Gehalt an Calcium und Vitamin D der Sojabohne zurückzuführen sein.

Zusammenfassend kann empfohlen werden, den Speisezettel mit Sojaprodukten anzureichern, die langdauernde Zufuhr isolierter Inhaltstoffe aus Soja, wie z.B. Isoflavone, ist jedoch nicht ratsam. Das Bundesinstiut für Risikobewertung kommt zu dem Schluss, dass insbesondere die langdauernde Einnahme von Isoflavonen aus Soja aufgrund unzureichender Daten über die Sicherheit und richtigen Dosierung nicht empfohlen werden kann (http://www.bfr.bund.de/).

Aus Sojamilch hergestellte Säuglingsnahrung wird teilweise bei bestimmten Nahrungsmittelunverträglichkeiten eingesetzt. Bei bekannter Kuhmilchallergie ist Sojamilch jedoch kein geeigneter Ersatz, da häufig eine Kreuzallergie zu Sojaprotein beobachtet wird. Säuglinge dürfen nicht mit Produkten, die für Erwachsene bestimmt sind ernährt werden, da es dann zu Mangelerscheinungen kommen kann! Da bei mit Sojamilch ernährten Säuglingen sehr hohe Plasmaspiegel an Isoflavonen erreicht werden können, sollten Soja-Säuglingsnahrungen nur auf Anraten des Kinderarztes in besonderen Fällen verwendet werden.

Dosierung:

Zur Senkung des Cholesterinspiegels werden in Verbindung mit einer fettarmen Diät 25g Sojaprotein täglich empfohlen (http://www.cfsan.fda.gov/~lrd/tpsoypr2.html)

Die tägliche Zufuhr von 50 mg Phytoestrogenen täglich als Lebensmittel entspricht einer asiatischen Diät und gilt als unbedenklich. Die langdauernde Einnahme höher dosierter, Isoflavon haltiger Nahrungsergänzungsmittel kann nicht empfohlen werden (s. Hinweise).

Zubereitungen:

Produkte aus Soja wie z.B. das Sojalecithin sind in einer Vielzahl von Lebensmitteln, Phospholipide in einigen Stärkungsmittel und Arzneimitteln zur Senkung des Cholesterinspiegels enthalten. Sojaöl ist häufig Bestandteil von medizinischen Ölbädern. Isoflavone aus Soja werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Hinweise:

  • Nicht anwenden bei Allergie gegen Nüssen oder Birkenpollen!
    Personen mit Überempfindlichkeit gegenüber Erdnüssen oder Birkenpollen können auch auf Soja allergischen Reaktionen verschiedenen Schweregrades reagieren.
  • Isoflavone nicht hoch dosiert über einen längeren Zeitraum einnehmen!
    Ähnlich wie bei einer Hormonersatztherapie ohne Progesteron wurde eine Zunahme des Wachstums der Gebärmutterschleimhaut (endometriale Hyperplasie) beobachtet.
  • Sojahaltige Nahrungsmittel werden generell für unbedenklich gehalten sofern sie in Mengen, die für die Ernährung üblich sind, zu sich genommen werden.
  • Bei Jodmangel kann eine sojareiche Ernährung eine Schilddrüsenunterfunktion begünstigen. Daher sollte vor allem in Jodmangelgebieten darauf geachtet werden, dass ausreichend Jod zugeführt wird.
    Kinder mit einer Kuhmilchallergie sind häufig auch gegen Sojaprotein allergisch. Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden.
  • Nahrungsergänzungsmittel, die Soja bzw. Isoflavonoide enthalten, werden nicht für Personen mit hormonabhängigen Tumoren, wie z.B. Brustkrebs, empfohlen, da das Wachstum der Tumore begünstigt werden könnte.
  • Wechselwirkungen:
    Isoflavone aus Soja können die Wirkung von Tamoxifen abschwächen.